 ##  [Theorie des Geplanten Verhaltens](/de/node/66322) 

 Definition

Eine sozialpsychologische Theorie, die postuliert, dass das Verhalten einer Person primär durch die Verhaltensintention vorhergesagt wird, welche wiederum von drei proximalen Determinanten geformt wird: Einstellung zum Verhalten (Glauben über Folgen und deren Bewertung), subjektive Normen (wahrgenommener sozialer Druck) und wahrgenommene Verhaltenskontrolle (Einschätzung von Leichtigkeit/Schwierigkeit der Ausführung); wahrgenommene Kontrolle kann dort, wo die tatsächliche Kontrolle begrenzt ist, auch direkt auf das Verhalten einwirken.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Die Veränderung von Einstellungen, wahrgenommenen Normen oder wahrgenommener Verhaltenskontrolle verändert Intentionen und — bei genügend tatsächlicher Kontrolle — entsprechend das Verhalten; wahrgenommene Kontrolle moderiert zudem die Stärke der Intention→Verhalten‑Beziehung.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Illustratives Szenario — Situation: Ein Krankenhaus möchte die Händehygiene des Personals steigern. Erkennen: Personal berichtet positive Einstellungen, aber geringe wahrgenommene Kontrolle wegen fehlender Spender und nimmt wahr, dass Kollegen Händehygiene nicht priorisieren (Normen). Handlung: zusätzliche Spender installieren (tatsächliche und wahrgenommene Kontrolle erhöhen), Peer‑Champion‑Kampagnen durchführen (subjektive Normen verschieben) und kurzes Feedback geben (Einstellungen beeinflussen). Folge: Die Intentionen zur Händehygiene steigen und die beobachtete Compliance erhöht sich, wenn praktische Beschränkungen beseitigt werden.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Intentionen mit Verhalten gleichzusetzen oder anzunehmen, dass das Ändern deklarierter Überzeugungen automatisch Verhalten bewirkt, ohne tatsächliche Kontrolle, Gewohnheiten, Emotionen oder konkurrierende Anreize zu adressieren; wahrgenommene Kontrolle mit objektiver Kontrolle zu verwechseln.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Bietet strukturierte Zielgrößen für Interventionen und Messungen (Einstellungen, Normen, wahrgenommene Kontrolle, Intentionen) und unterstützt Designs, die Überzeugungsänderung mit Verbesserungen der Verhaltenskontrolle kombinieren; alleinige Fokussierung auf Intentionen droht jedoch begrenzte Wirkung bei großen Intention‑Verhalten‑Lücken oder strukturellen Barrieren.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Bei automatischen, habitualisierten, impulsiven oder stark eingeschränkten Verhaltensweisen (z. B. Suchterkrankungen, reflexhafte Reaktionen) sagt das Intentionenkonstrukt Verhalten schlecht voraus; dann sind Modelle, die Habit, Emotion oder strukturelle Determinanten betonen, geeigneter.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Eindeutig enthalten: geplante, überlegte Handlungen, bei denen Personen Intentionen bilden und Kontrolle ausüben können (z. B. Sporteinplanung, Teilnahme an Screening). Grenzfall: teilweise geplante Verhaltensweisen mit starken Habit‑ oder Umweltfaktoren. Eindeutig ausgeschlossen: reflexhafte oder biologisch gesteuerte Handlungen, die deliberative Intention umgehen.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Spannung zwischen sparsamen, individuumszentrierten kognitiven Handlungstheorien (Einstellung/Normen/Kontrolle) und ökologischen oder strukturellen Modellen, die Umwelt, Politik und soziale Systeme priorisieren; die Wahl beeinflusst Interventionsfokus und Bewertungsmetriken.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Die TPB bietet eine prägnante, prüfbare Erklärung, wie Überzeugungen und wahrgenommene Kontrolle Intentionen und Handlung formen und ist nützlich zur Gestaltung zielgerichteter Interventionen; sie muss jedoch durch Maßnahmen ergänzt werden, die tatsächliche Kontrolle, Gewohnheiten und kontextuelle Beschränkungen adressieren, um die Intention‑Verhalten‑Lücke zu schließen.