 ##  [Beurteilung des Sturzrisikos](/de/node/66431) 

 Definition

Eine klinische Bewertung der Kombination aus intrinsischen (z. B. Gleichgewicht, Gang, Kognition, Medikation, Komorbiditäten) und extrinsischen (z. B. Umgebung, Schuhwerk, Gehhilfen) Faktoren einer Patientin/eines Patienten, mit dem Ziel, die Wahrscheinlichkeit eines Sturzes innerhalb eines definierten Zeitrahmens abzuschätzen und modifizierbare Mitursachen zu identifizieren, die präventive Maßnahmen leiten.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Die Erkennung spezifischer, modifizierbarer Risikofaktoren ermöglicht gezielte Interventionen, die diese Faktoren adressieren, anstatt auf generische oder einschränkende Maßnahmen zurückzugreifen.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Illustratives Szenario: Situation — Eine ältere Person berichtet von einer Beinahe‑Sturz‑Situation. Erkennen — Die Fachkraft beurteilt Gang und Gleichgewicht, überprüft medikamentöse Risikofaktoren, screenet die Kognition und inspiziert das häusliche Umfeld. Handlung — Es erfolgt eine Physiotherapieüberweisung für Gleichgewichtstraining, eine Anpassung eines sedierenden Medikaments und eine Hausbesuchs‑Gefahrenanalyse. Folge — Interventionen sind auf erkannte Defizite und Umweltgefahren ausgerichtet und vermeiden pauschale Einschränkungen.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Entscheidungen allein auf ein einziges binäres Screening‑Label („hohes Risiko“) zu stützen, ohne anzugeben, welche Faktoren vorliegen; der semantische Fehler ist der Verlust handlungsrelevanter Details zur Planung von Maßnahmen.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Eine gute Bewertung liefert die Grundlage für verhältnismäßige Präventionsmaßnahmen und Überwachung; fehlerhafte Anwendung kann zu unnötigen Aktivitätseinschränkungen, Stigmatisierung oder zum Versäumnis führen, die tatsächlichen Ursachen von Stürzen zu adressieren.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Da Sturzrisiko dynamisch ist, kann eine Bewertung in akuter Erkrankung oder unmittelbar nach einer Operation den längerfristigen Risikoverlauf nicht vorhersagen, ohne wiederholte Neubewertungen und kontextuelle Anpassungen.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Eindeutig innerhalb: Eine strukturierte klinische Untersuchung, die spezifische intrinsische und extrinsische Risikofaktoren dokumentiert und einen Managementplan ableitet. Grenzfall: Ein kurzer Fragebogen, der Risiko anzeigt, aber eine weitergehende Untersuchung benötigt, um handlungsfähig zu sein. Eindeutig außerhalb: Passive Sturzerkennungssysteme, die Stürze nach deren Eintritt aufzeichnen, ohne zukünftiges Risiko abzuschätzen.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Autonomie und Mobilität versus Sicherheit: Maßnahmen zur Risikominderung (z. B. Aktivitätseinschränkungen) können mit dem Wunsch des Patienten nach Aktivität und Unabhängigkeit kollidieren.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Sturzrisikobewertung ist mehr als eine Einstufung: ihr Wert liegt in der Zuordnung modifizierbarer Faktoren zu passenden Interventionen und in der Anerkennung, dass das Risiko mit Gesundheitszustand und Umgebung variiert.