 ##  [Parkland‑Formel](/de/node/67227) 

 Definition

Eine empirische Richtlinie zur initialen Flüssigkeitsreanimation bei Verbrennungen: Bei vielen Erwachsenen mit relevanten thermischen Verbrennungen wird das Gesamtvolumen an Kristalloiden in den ersten 24 Stunden abgeschätzt als 4 mL × Körpergewicht (kg) × Prozent der verbrannten Körperoberfläche (%TBSA), wobei die Hälfte in den ersten 8 Stunden seit Verletzung und der Rest über die folgenden 16 Stunden gegeben wird; dies ist ein Ausgangsvolumen, das an physiologische Endpunkte titriert werden muss.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Die Formel liefert eine initiale, gewicht‑ und flächenabhängige Schätzung des Kristalloidbedarfs zur Kompensation von Verdunstungs‑ und Dritt‑Raum‑Verlusten nach akuter Verbrennung; die endgültige Flüssigkeitsgabe ist anhand von Urinausstoß, Hämodynamik und Inhalationsverletzung anzupassen.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Illustratives Szenario → Erwachsener 70 kg mit 30% TBSA oberflächlicher Verbrennungen: 24‑h‑Kristalloid ≈ 4 × 70 × 30 = 8.400 mL; ~4.200 mL in den ersten 8 Stunden (ab Verletzungszeitpunkt) und ~4.200 mL über die nächsten 16 Stunden geben, dabei auf Urinausstoß ≈0,5 mL/kg/h und klinische Reaktion titrieren.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Die Formel starr anwenden ohne endpoint‑gesteuerte Titration (Urinausstoß, Bewusstseinslage, Hämodynamik) oder unverändert bei Kindern, elektrischen/chemischen Verbrennungen, älteren Patienten oder Polytrauma; der Fehler ist, die Formel als Vorschrift statt als Ausgangsschätzung zu verwenden.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Bei sachgerechter Anwendung erleichtert sie die rasche initiale Reanimationsplanung und Kommunikation; Fehlanwendung kann zu Unterreanimation (anhaltender Schock, Organhypoperfusion) oder Überreanimation (Lungenödem, abdominelles Kompartment‑Syndrom) führen und die Morbidität erhöhen.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Alternative oder ergänzende Ansätze (pädiatrische Formeln, geänderte Volumina bei Inhalationsverletzung, frühzeitiger Einsatz von Blutprodukten, endpoint‑gesteuerte Titration) können die Parkland‑Schätzung übersteigen; klinisches Urteilsvermögen und dynamische Überwachung bestimmen die endgültige Flüssigkeitstherapie.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Gedacht als initiale Schätzung für die ersten 24 Stunden nach thermischer Verbrennung bei Erwachsenen mit moderatem bis großem %TBSA; schließt Routine‑Erhaltungsflüssigkeiten, spezielle Anforderungen bei elektrischen/chemischen Verbrennungen nicht ein und muss für besondere Populationen und begleitende Verletzungen modifiziert werden.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Einfachheit (schnell berechenbare Schätzung) ↔ Individualisierung (endpoint‑gesteuerte Anpassung) — die Formel ist praktisch für Anfangsplanung, muss aber physiologischer Überwachung und patientenspezifischen Faktoren weichen.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Die Parkland‑Formel ist eine pragmatische Ausgangsrechnung für frühe Kristalloidreanimation nach bedeutenden thermischen Verbrennungen, die aktiv an klinische Endpunkte und Kontextfaktoren angepasst werden muss.