Definition
Unbeabsichtigte Bewegung, partielle Migration oder vollständige Entfernung eines Schlauchs oder Katheters aus seiner vorgesehenen anatomischen Lage, die zu Funktionsverlust oder -einschränkung des Geräts und zu erhöhtem Komplikationsrisiko (Aspiration, Leckage, Gewebsschaden, Infektion) führt.

Prinzip

Prinzip
Die Aufrechterhaltung der Lage hängt von der Fixierungstechnik, Patientenbewegungen und Anatomie sowie vom Gerätdesign ab; geht die Fixierung verloren oder wirkt eine übermäßige äußere Kraft, kann Migration auftreten, die Funktion beeinträchtigt oder Schaden verursacht.

Demonstration

Demonstration
Illustratives Szenario → Eine nasogastrale Sonde wird versehentlich etwas herausgezogen. Erkennung → Aspiration von Nahrungslösung und verminderte Magensaugmenge. Handlung → Lagekontrolle (Bettmaß, pH‑Test oder Bildgebung) und erneutes Einführen bzw. sachgerechte Fixation. Folge → Wiederherstellung des enteralen Zugangs und Verringerung des Aspirationsrisikos bei raschem Repositionieren.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Niedrige Fördermenge oder Fehlfunktion automatisch als Verlagerung anzunehmen, ohne die Lage zu prüfen; der semantische Fehler besteht darin, funktionelle Obstruktion oder Verschluss mit positionsabhängiger Verlagerung gleichzusetzen.

Konsequenz

Konsequenz
Unterbrechung oder Verlust der Therapie (enterale Ernährung, Atemwegsprotektion, Drainage), erhöhtes Risiko für Aspiration oder Infektion, lokale Gewebsverletzung bei partiellem Herausziehen oder Wieder­einbringen, Bedarf an Bildgebung und erneuten Maßnahmen.

Umkehrung

Umkehrung
Beinhaltet nicht die beabsichtigte oder geplante Entfernung oder das absichtliche Repositionieren während eines Eingriffs; ebenso gilt eine migrationsbedingte Lageveränderung ohne Funktionsverlust (geringer Verschub innerhalb tolerierbarer Grenzen) nicht notwendigerweise als Verlagerung.

Abgrenzung

Abgrenzung
Eindeutig innerhalb: vollständige Exter­nalisation einer Trachealkanüle, Herausziehen einer Thoraxdrainage über den Einführweg hinaus, nasogastrale Sonde außerhalb des Magenlumens. Randfall: partielle Migration bei erhaltener Funktion (Sondenspitze verlagert, aber noch im Lumen) – Management abhängig vom Gerät und klinischer Wirkung. Eindeutig außerhalb: Tubusobstruktion, Knicken, Bruch oder Fehlfunktion bei korrekter Lage.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Sichere Fixation (verringert Verlagerungsrisiko) ↔ Patientenkomfort und Mobilität (Fixationsmethoden können diese einschränken); Abwägung zwischen Sicherheit und Autonomie/Rehabilitation.

Synthese

Synthese
Verlagerung der Sonde ist ein räumliches Versagen, das sich von Verstopfung oder Gerätemalfunktion unterscheidet: Vor der Zuschreibung verminderter Funktion an eine Verlagerung ist die Lage zu verifizieren; Therapie zielt auf rasche Wiederherstellung und Rezidivprävention.