Definition
Die intrinsische Fähigkeit einer Gliederfüßer‑ oder anderen potenziellen Vektorart, einen spezifischen Erreger von einer infizierten Quelle aufzunehmen, dessen Replikation oder Entwicklung im Körper des Vektors bis zu einer übertragbaren Form zu unterstützen und den Erreger unter geeigneten Kontaktbedingungen an einen empfänglichen Wirtsorganismus abzugeben.

Prinzip

Prinzip
Vektorkompetenz ist eine art‑ und erregerabhängige Organismen‑Eigenschaft, bestimmt durch Wechselwirkungen zwischen Erreger und Vektorgeweben/barrieren; sie ist für biologische Übertragung erforderlich, sagt jedoch allein nichts über die Übertragungsrate in der Natur aus.

Demonstration

Demonstration
Illustratives Szenario: In einer Laborexposition saugt eine Mückenart infiziertes Blut; der Erreger repliziert sich im Mitteldarm, disseminiert zu den Speicheldrüsen und wird in der Speichelprobe bei einer Bisssimulation nachgewiesen—dieser Ablauf demonstriert Kompetenz (Situation → Erkennung → Handlung → Folge).

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Vektorkompetenz mit beobachteter Transmission in Naturphänomenen (Vektor‑Kapazität) gleichzusetzen. Der Fehler besteht darin, laborbasierte Kompetenzmessungen als direkten Proxy für epidemiologische Bedeutung zu verwenden, ohne Populationsdichte, Fressverhalten, Lebensdauer und Umweltbedingungen zu berücksichtigen.

Konsequenz

Konsequenz
Die Identifikation kompetenter Arten fokussiert Überwachung und Bekämpfungsmaßnahmen und leitet Laborrisikobewertungen, doch Kompetenzdaten müssen mit ökologischen Informationen kombiniert werden, um das tatsächliche Übertragungsrisiko einzuschätzen.

Umkehrung

Umkehrung
Eine Art mit hoher Laborkompetenz überträgt in der Natur möglicherweise nicht, wenn ökologische/Verhaltensbedingungen (geringer Kontakt zu Wirten, kurze Lebensdauer, ungünstiges Klima) das Übertragungsende verhindern; umgekehrt kann eine Art mit mäßiger Kompetenz die Transmission tragen, wenn ökologische Faktoren günstig sind.

Abgrenzung

Abgrenzung
Eindeutig innerhalb: Labornachweis, dass der Erreger die notwendigen Entwicklungs-/Replikationsschritte durchläuft und in einem übertragbaren Organ oder Sekret vorhanden ist. Grenzfall: Nachweis von Erreger‑Genmaterial im Vektor ohne Hinweis auf Replikation oder Übertragbarkeit. Eindeutig außerhalb: mechanischer Transport, bei dem der Erreger äußerlich und nur vorübergehend getragen wird, ohne interne Replikation.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Spannung zwischen mechanistischer (Kompetenz) und ökologischer (Kapazität) Perspektive: Kompetenz zeigt die biologische Möglichkeit, Kapazität und Epidemiologie die praktische Relevanz an.

Synthese

Synthese
Vektorkompetenz bildet eine notwendige biologische Voraussetzung für Übertragung; zur Vorhersage und Steuerung realer Transmissionen muss sie mit ökologischen und verhaltensbedingten Faktoren verbunden werden.