Definition
Ein interviewerbasiertes Verfahren zur Erfassung der Ernährung, das alle Lebensmittel und Getränke dokumentiert, die eine Person in den vorangegangenen 24 Stunden konsumiert hat, üblicherweise mit einem Multiple‑Pass‑Protokoll zur Verbesserung von Vollständigkeit und Portionsabschätzung; eine einzelne Erinnerung erfasst kurzfristige Aufnahme, wiederholte Erinnerungen dienen zur Schätzung der üblichen Aufnahme.

Prinzip

Prinzip
Eine detailliert und systematisch abgefragte Erinnerung an die letzten 24 Stunden liefert eine vergleichsweise genaue Momentaufnahme der jüngsten Aufnahme; die Mittelung mehrerer nicht aufeinanderfolgender Erinnerungen über Personen und Zeit reduziert die intraindividuelle Variabilität und ermöglicht die Abschätzung der üblichen Aufnahmeverteilung auf Gruppen‑ oder, bei ausreichender Stichprobe, Einzelebene.

Demonstration

Demonstration
Demonstrationsszenario — Situation: eine Ernährungsfachkraft führt telefonisch eine multiple‑pass 24‑Stunden‑Erinnerung durch. Erkennung: die befragte Person berichtet alle Mahlzeiten des Vortags. Aktion: der Interviewer fragt nach vergessenen Items und Portionsgrößen, erfasst Marken und Zubereitung und kodiert die Items in Nährstoffdatenbanken. Folge: die resultierende quantitative Tagesaufnahme kann allein zur Schätzung des Populationsmittels oder kombiniert mit wiederholten Erinnerungen pro Person zur Schätzung der üblichen Aufnahme verwendet werden.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Die Verwendung einer einzelnen 24‑Stunden‑Erinnerung zur Aussage über die gewohnte Ernährung einer Person oder das Versäumnis, Erinnerungstage über Wochentage und Jahreszeiten zu randomisieren; solche Fehlanwendungen überinterpretieren eine kurzfristige Momentaufnahme und unterschätzen die intraindividuelle Variabilität.

Konsequenz

Konsequenz
24‑Stunden‑Erinnerungen liefern detaillierte, wenig belastende Messungen kurzfristiger Aufnahme, geeignet zur Schätzung des Populationsmittels und, bei Wiederholung, zur Modellierung der üblichen Aufnahme; sie erfordern jedoch eine angemessene Stichprobenverteilung über Tage/Saisons und sorgfältige Portionsschätzung, um verzerrte Nährstoffschätzungen zu vermeiden.

Umkehrung

Umkehrung
In Kontexten, in denen kontinuierliche Echtzeit‑Wiegung oder Biomarker‑Validierung möglich und erforderlich sind (z. B. Validierungsstudien), können Erinnerungen unzureichend sein; dagegen bieten sie in großen Überwachungssystemen einen praktischen Kompromiss aus Detail und Machbarkeit.

Abgrenzung

Abgrenzung
Eindeutig innerhalb: interviewer‑ oder selbstverwaltete multiple‑pass Erinnerungen, die alle Aufnahmen der vorangegangenen 24 Stunden mit Portionsschätzung und Nährstoffkodierung dokumentieren. Grenzfall: eine einmalige Erinnerung, die zur Schätzung des Populationsmittels in einer homogenen Population genutzt wird — zulässig mit Vorbehalten. Eindeutig außerhalb: FFQs zur Erfassung der Gewohnheitsaufnahme über Monate/Jahre oder gewogene prospektive Ernährungstagebücher zur präzisen Messung individueller Aufnahme.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Detail versus Repräsentativität: 24‑Stunden‑Erinnerungen erfassen Essensdetails mit geringem Aufwand für Teilnehmende, benötigen aber wiederholte, gut verteilte Messungen, um die Gewohnheitsaufnahme abzubilden und Verzerrungen durch Tagesvariabilität zu vermeiden.

Synthese

Synthese
Die 24‑Stunden‑Erinnerung ist eine detaillierte Methode zur Erfassung jüngster Aufnahme; ihr Wert für die Beurteilung der üblichen Ernährung hängt von wiederholten, korrekt gesampelten Erinnerungen und rigoroser Portionskodierung ab oder alternativ von der Ergänzung durch objektive Biomarker.