Definition
Ein Prozess, bei dem ein Teil oder die Gesamtheit des Effekts einer Exposition auf ein Ergebnis durch eine Zwischenvariable (Mediator) übertragen wird, die durch die Exposition verursacht wird und wiederum das Ergebnis beeinflusst.
Prinzip
Prinzip
Der Gesamteffekt einer Exposition kann in direkte Effekte (nicht über den Mediator) und indirekte Effekte (über den Mediator) zerlegt werden; die Kontrolle für einen Mediator entfernt die indirekte Komponente aus der geschätzten Expositionseffektgröße.
Demonstration
Demonstration
Illustratives Szenario → Exposition: erhöhte körperliche Aktivität. Erkennung → Aktivität reduziert Körpergewicht (Mediator), niedriges Gewicht senkt Blutdruck. Handlung → Mediationsanalyse schätzt indirekten Effekt über Gewicht und direkten Effekt unabhängig vom Gewicht. Konsequenz → Erkenntnisse zeigen, ob Interventionen den Mediator, die Exposition oder beides adressieren sollten.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Einen Mediator als Confounder behandeln und kontrollieren, wenn die Frage den Gesamteffekt betrifft. Das entfernt den indirekten Effekt und kann fälschlich suggerieren, die Exposition habe keinen Effekt.
Konsequenz
Konsequenz
Mediationsanalysen klären Mechanismen und können Zwischenziele für Interventionen identifizieren; fehlerhafte Anpassung kann den Gesamteinfluss verschleiern oder Bias einführen, wenn Mediator–Outcome‑Konfundierung nicht berücksichtigt wird.
Umkehrung
Umkehrung
Ist die Mediator–Outcome‑Beziehung durch eine nicht gemessene Vor- oder Nach‑Expositionsvariable konfundiert, ist einfache Kontrolle ungültig; kausale Mediationsmethoden setzen Annahmen voraus (keine ungemessene Mediator–Outcome‑Konfundierung, korrekte zeitliche Reihenfolge), deren Verletzung die Schätzungen ungültig macht.
Abgrenzung
Abgrenzung
Eindeutig enthalten: eine durch die Exposition verursachte Variable, die kausal das Ergebnis beeinflusst. Randfall: eine teilweise durch Exposition verursachte und teilweise vorliegende Variable — Klassifikation hängt vom kausalen Modell ab. Eindeutig ausgeschlossen: ein vor-expositions Confounder oder ein Effektmodifikator, der nicht auf dem kausalen Pfad liegt.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Interesse an Effektdekomposition (Mechanismus) versus Interesse am Gesamteffekt für politische Entscheidungen; Kontrolle von Mediatoren fördert mechanistisches Verständnis, kann aber im Widerspruch zur Schätzung des Gesamteinflusses stehen.
Synthese
Synthese
Mediation ordnet ein, wo Effekte in der kausalen Kette auftreten: Sie informiert über Mechanismen und Interventionsziele, erfordert jedoch strenge kausale Annahmen, um verzerrungsfreie Dekompositionen zu liefern.